Geschichte der Stadt Riga

Okkupationsmuseum
Das Okkupationsmuseum in Riga erinnert an die Zeit unter sowjetischer Herrschaft.

Nach ersten Ansiedlungen deutscher Kaufleute im 12. Jahrhundert gilt 1201 als das offizielle Gründungsjahr Rigas. In diesem Jahr gründete der Bremer Domherr Albert von Bekeshovede als Bischof der Liven die Stadt Riga. Seinen Namen erhielt die Stadt vom umfliessenden Rige-Bach (lettisch: Ridzene). Den frühen deutschen Siedlern diente das durch Befestigungsanlagen gesicherte Riga als Schutz im Konflikt mit den umliegenden baltischen Stämmen. 1282 wurde die Stadt Hansemitglied und der Handel zwischen Ost und West wuchs über den Knotenpunkt Riga beständig. Lange Zeit prägten oftmals auch bewaffnete Konflikte in verschiedenen Konstellationen zwischen den Rittern des Deutschen Ordens, dem Erzbischof und den bürgerlichen Kaufleuten der Stadt die Geschichte von Riga.

Im Jahr 1562 begann mit der Abdankung des Ordensmeisters Gottfried Kettlers eine zwanzigjährige Zeit der Eigenständigkeit der Stadt bevor sie unter polnische Herrschaft fiel. Ein von Polen gegen Schweden verlorener Krieg brachte Riga ab 1621 unter schwedische Herrschaft und wiederum nach russisch-schwedischen Kriegen 1710 unter die Herrschaft Rußlands. Weitere Ausweitung des Handels mit Riga als Bahnverbindungspunkt und Ostseehafen und später die Industriealisierung führten zu fortdauerndem Wachstum von Riga bis zu einer Bevölkerungszahl von fast 500.000 vor Beginn des ersten Weltkriegs. Damit war Riga nach St. Petersburg die zweitgrößte Stadt im westlichen Rußland.

Der Kriegsverlauf und die Revolutionen in Rußland und Deutschland eröffneten Lettland erstmals die Chance zur Gründung einer unabhängigen Republik, die 1918 in Riga ausgerufen wurde. Der zweite Weltkrieg beendete jedoch in Folge des Hitler-Stalin-Paktes diese kurze Phase lettischer Unabhängigkeit und es begann die Zeit der sowjetischen Hegemonie. In der Folge siedelten sich viele Russen in Riga an und die Stadt war ein Zentrum militärisch-industrieller Produktion innerhalb der Sowjetunion.

Der Umbruch in der Sowjetunion und in Osteuropa führte auch in Lettland zu einer Unabhängigkeitsbewegung und am 21.08.1991 wird Lettland unabhängige und demokratische Republik. Es folgte der schrittweise Abzug der russischen Truppen aus Lettland und eine Westorientierung der lettischen Politik. 2001 feierte Riga seinen 800. Jahrestag. Im Jahre 2004 trat Lettland wie seine beiden baltischen Nachbarländer der Nato und der Europäischen Union bei.

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